Darum siehe, ich will deinen Weg mit Dornen vermachen, und eine Wand davor ziehen, dass sie ihren Steig nicht finden soll. Und wenn sie rc. Hos. 2,6.7.
Dies ist eine gnadenvolle Parenthese1) in einem Abschnitt, der voller Drohungen ist. Sie gilt einem Volk, mit dem der Herr durch Bundesbande verknüpft war, das sich aber trotzdem als treulos und rebellisch erwiesen hatte.
Die Stelle beginnt seltsamerweise mit einem „darum“; das hat seinen Grund in dem unveränderlichen Entschluss des unveränderlichen Gottes, seinen Bund nie zu verleugnen, seine Erwählten nie ganz zu verstoßen, wie auch in seiner unveränderlichen Entschlossenheit, sie wieder zu gewinnen.
Diese Worte können noch dem erwählten, aber sündigenden Volk Gottes gelten. Beachtet:
Was müssen das für Sünder sein, die sich weder durch Dornen noch durch Mauern aufhalten lassen, wenn nicht Gott die Allmacht seiner Gnade anwendet!
Wenngleich diese an und für sich nichts erreichen würden, werden sie doch wirksam, wenn Gott sie gebraucht.
Diese ernsten Züchtigungen erweisen sich oft nützlich in den Tagen religiöser Eindrücke; sie sind gleichsam das Pflügen des Ackers, ehe der Same gesät wird.
Die irrende, lüsterne Seele wird veranlasst, zu ihrem Gott zurückzukehren.
Wenn es erst dahin gekommen ist, wird der betrübende Bruch geheilt und das Werk der zurückerobernden Liebe ist getan.
Lasst uns zum Herrn uns wenden, bevor Er Dornen gebraucht, uns aufzuhalten.
Wenn der Weg bereits vermacht ist, lasst uns darüber nachdenken.
In jedem Falle lasst uns durch den Glauben uns zu Jesu wenden: und in Ihm zur Ruhe kommen.
„Ich will deinen Weg mit Dornen vermachen.“ Es gibt eine zwiefache Hecke, die Gott seinem Volk pflanzt: Die Schutzhecke, um das Böse von ihnen fern zu halten, und die Leidenshecke, um sie vor der Sünde zu bewahren. Die Schutzhecke habt ihr Jes. 5,5, wo Gott droht, dass Er die Wand von seinem Weinberg wegnehmen will; und von Hiob wird gesagt, dass Gott ihn ringsum verwahrt habe. Über hier ist die Leidenshecke gemeint. „Ich will deinen Weg“ rc., d. h. ich will ernste und schwere Leiden über dich verhängen, um dich von der Sünde fern zu halten.
Wenn ein Landmann sieht, dass Fußgänger einen Steig auf seinem Grund und Boden machen, wo sie es nicht sollten, weil sie die Saat oder das Korn schädigen, pflanzt er Dornen dorthin, damit die Leute ihm nicht durchs Korn gehen; wenn sie es dennoch tun, sollen sie Schmerz und Belästigung erfahren. So sagt Gott: „Ich will deinen Weg mit Dornen vermachen.“ Jeremias Burroughs.
Betrachte die guten Wirkungen eines verwundeten Gewissens: es hält in der Gegenwart ab vom Bösen und ist bestimmend für die Zukunft. Das schwer beladene Herz ist ein Zügel für die Seele und hält sie von vielen Sünden ab, die sie sonst begehen würde. Der du jetzt traurig in deiner Werkstatt sitzt, oder in deinem Kummer dahin gehst, oder seufzend in deinem Kämmerlein stehst, wärst vielleicht jetzt ein Trunkenbold oder ein Wollüstling oder etwas Schlimmeres, wenn du nicht durch deine Leiden zurückgehalten würdest. Gott sagt zu Juda: „Ich will deinen Weg mit Dornen vermachen;“ nämlich, um Juda daran zu hindern, geistlichen Ehebruch zu begehen. Ein verwundetes Gewissen ist eine Dornenhecke; aber dieser Dornenschutz bewahrt auch den unsteten Geist auf dem rechten Wege, der sonst umherstreifen würde, und es ist besser, durch Disteln und Dornen auf dem rechten Wege erhalten zu bleiben, als durch Rosenbeete auf verkehrtem Wege dahin zu gehen, der zum Verderben führt. Thomas Fuller.
Ein beliebter und erfolgreicher Prediger in Amerika wurde in die Maschen des Unglaubens verstrickt; er gab die Kanzel dran, ließ sich in einen Klub von Ungläubigen aufnehmen und bespöttelte den Namen des Heilandes der Welt, den er anderen gepredigt hatte. Aber er wurde krank, und sein Krankenbett wurde zum Sterbelager. Seine Freunde versammelten sich um ihn und versuchten es, ihn mit ihren kalten und eisigen Theorien zu trösten, aber es war vergeblich. Die alten Zeiten wurden in ihm wach gerufen und die frühere Erfahrung trat vor ihn hin. Er sagte: „Frau, bringe mir ein griechisches Testament.“ Er las das 15. Kapitel im ersten Korintherbriefe. Als er es gelesen hatte, rannen große Freudentränen über seine Wangen. Er schloss das Buch und sagte: „Frau, endlich wieder zurück gebracht auf den alten Fels, um darauf sterben zu können.“